Auch wenn sich in den Jahren des Bestehens der KuK vieles verändert hat – eines hatte über die Jahrzehnte stets Bestand: die Bendorfer Rieseneierkrone.
Sie ist nicht nur das Symbol der Kirmes, sondern auch ein Symbol unserer Heimatstadt, das neben vielen Ansichtskarten auch den Obelisken vor dem Rathaus schmückt.
Immer wieder wurde der Bendorfer Eierkrone in der in- und ausländischen Presse Aufmerksamkeit gewidmet.
Die Eier der Eierkrone stehen als Sinnbild des Lebens, vergleichbar mit der Bedeutung des Eis an Ostern, Das Brauchtum der Eierkrone zu erhalten war eines der wichtigsten Anliegen der Vereinsgründer, die bereits im Gründungsjahr 1930 eine kleine Eierkrone präsentierten. In den Anfangsjahren zählte man etwa 3000 Eierschalen an der Krone, doch schon bald wurde das Kirmessymbol immer größer.
In der ersten Hälfte des Vereinsbestehens lies es die Dimension der Eierkrone noch das sie von Hand getragen wurde. Trotzdem war es für die Träger eine echte Knochenarbeit – und Abstellen war auf Grund der Brüchigkeit der Eier nicht möglich.
Als die Krone dann die Weltrekordgröße von 25.000 Eiern erreichte, beschloss man die Rieseneierkrone motorisiert im Zug mitzuführen.
Das Emporziehen am Kirmesbaum wird von den KuK-Mitgliedern jedoch bis heute mit Muskelkraft durchgeführt.
Fälschlicherweise glauben immer noch manche Kirmesgäste, die Eierkrone würde nach der Abnahme vom Kirmesbaum eingemottet, und im nächsten Jahr wieder hervorgeholt, und nur teilweise nachgebessert. Wer jedoch die Krone nach 6-8 Wochen bei Wind und Wetter einmal aus der Nähe betrachtet wird feststellen, dass ihr ein 2. Lebensjahr kaum zuzumuten ist. Das Kronengestell wird daher noch auf dem Kirchplatz leegeplündert, um dann auf die Neubestückung im nächsten Jahr zu warten.
Dankenswerterweise sammeln viele traditionsbewusste Bendorfer über das ganze Jahr ausgeblasene Eier, so dass der Alljährliche Vorrat an Kronenbaumaterial immer noch ausreichend ist. Auch wenn in den letzten Jahren der Nachschub etwas weniger wurde – auf Plastikeier musste die KuK bisher noch nicht ausweichen, und so soll es auch in Zukunft bleiben.
Kuriosum am Rande: Wurde früher das Bild der Krone von weißen Eiern geprägt, so sind heute die braunen Eier in der Mehrheit.
Etwa 6 Wochen vor der Kirmes treffen sich die KuK-Aktiven und der Kirmesjahrgang in „Ferbers Hof“ um unter Anleitung der Kronenbauer mit dem Kronenbau zu beginnen.
Über 40 Jahre wurde der Kronenbau von Werner Vogt geprägt. Viele Jahrzehnte stand ihm Walter Beitzel zur Seite, der auch heute noch gemeinsam mit Gerd Schneider, Mario Karst und Marco Henn das Team der „Kronenbaumeister“ bildet.
Das Eierfädeln ist ebenso simpel wie legendär. Auf einer etwa 5 Meter langen Kordel werden die Ausgeblasenen Eier mittels einer Nadel aufgereiht. Immer erst ein grünes Blättchen, dann ein Ei, wieder Blättchen – Ei – Blättchen – Ei und immer so weiter.
Für das äußere Kleid der Krone werden Eierstränge á 48 Eier benötigt, für den inneren Kranz 38-er Stränge.
Beim Fädeln wird stets viel geklönt, so dass schon mancher das Nachzählen vergaß, und plötzlich bis zu 60 Eier auf seiner Schnur hatte.
Die Kronenbauer suchen und finden dann für jeden Strang den richtigen Platz am Kronengestell.
Außerdem werden Girlanden, Wappen, und die Bommel am Fußende der Krone angebracht. Auch der Klöppel gehört traditionell zur Eierkrone, die von ihrer Form her ja eigentlich eine Glocke ist.
Der Fronleichnamstag ist traditionell Kronenfertigstellungstag. Die Kronenbauer geben der Krone den letzten Schliff und beenden stolz ihr wiederrum gelungenes Werk.
Zwei Tage später dann, am Kirmessamstag, darf die Bendorfer Rieseneierkrone wieder von allen Kirmesgästen bestaunt und bewundert werden.
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Eierkrone 2008 mit braunen Eiern

Eierkrone 2009 mit weißen Eiern

Eierkrone 2010 zum 80jährigen Bestehen der KuK
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